Thomas Abel und Jens H?user kr?nten ihre Kariere mit dem Deutschen Meister 2003 und sicherten sich die WM Teilnahme
Am Samstag fand die Deutsche Hallenradsportmeisterschaft in Bürstadt statt. Für den heimischen Radball Bundesligisten vom RSV Teutonia Krofdorf-Gleiberg, Thomas Abel und Jens Häuser, war dieser Termin doppelt wichtig. Natürlich wollte man den ersehnten Titel des Deutschen Meisters nach Krofdorf holen und zum anderen ging es um wichtige Punkte im Kampf um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft. Die Devise war klar, Abel/Häuser mussten vor dem Brüderpaar aus Edersleben bleiben, um die WM-Teilnahme perfekt zu machen. Im anbetracht der Tatsache, dass man zwischenzeitlich einmal 11 WM-Qualifikationspunkte Rückstand auf Edersleben hatte und vor diesem Entscheidenden Turnier dann doch einen Punkt in Front gegangen war, definierte das Team um Trainer Wilfried Abel das Ziel ganz klar Titelgewinn.
Die Vorraussetzungen auf Seiten der Fans waren geschaffen. Gegen sechs Uhr morgens startete man mit einem Bus nach Bürstadt um Jens und Thomas tatkräftig anzufeuern. Dementsprechend fest war die Halle in Krofdorfer Hand.
Das erste Spiel am morgen um acht Uhr gegen den ehemaligen Weltmeister aus Hameln, war von vorsichtigem abtasten geprägt. Die größeren Chancen lagen zwar auf Krofdorfer Seite doch leider fiel kein Tor. Im zweiten Spielabschnitt verlangsamten die Männer aus der Rattenfängerstadt das Tempo, um Krofdorfs Rhythmus zu stören. Etwas zählbares kam jedoch nicht dabei heraus. Gegen Ende des Spieles war auch keiner der beiden Mannschafen dazu bereit volles Risiko zu gehen und vielleicht ohne Punkte dazustehen. Deswegen ging das Spiel 0:0 aus. Ein Ergebnis was beim Radball so gut wie nie zustande kommt. Der Start war damit jedoch halbwegs gelungen.
Gleich als zweites Spiel in diesem Block folgte dann das hessische Duell mit dem U-23 Europacupsieger aus Ginsheim. Hier war Krofdorf von Beginn an hellwach. Von der ersten Minute an lag man in Führung und baute diese bis zur Halbzeit kontinuierlich auf 3:0 aus. Doch dann folgte in der zweiten Spielhälfte das genaue Gegenteil. Ein wenig ängstlich agierende Teutonen die den Gegner zurück ins Spiel kommen ließen. Ginsheim holte Tor um Tor auf. Doch eine Minute vor Schluss sah es dann doch so aus als, wenn die Wettenberger die ein Tore-Führung über die Zeit bringen konnte. Doch leider kam alles anders. Eigentlich wurde diese Meisterschaft ab den letzten 14 Sekunden dieses Spieles spektakulär, unglaublich, ja vielleicht auch ein wenig unnötig. Unnötig deswegen, weil Krofdorf mit diesem Strafstoß von ca. acht Metern versucht noch ein Tor zu erzielen, anstatt den Vorsprung über die Zeit zu retten. Leider misslang dies und drei Sekunden vor dem Ende schaffte Ginsheim mit einem glücklichen Abpraller noch den Ausgleich.
Dieser folgenschwere Fehler beschäftigte scheinbar Abel/Häuser so sehr, dass sie im dritten Spiel Nachmittags nie zu ihrem Spiel fanden. Hechtsheim war ihnen von Anfang an überlegen. So kam dann die doch recht deutliche 2:4 Niederlage zustande.
Da stand man nun mit 2:4 Punkten und wusste, dass im letzten Spiel nur noch ein Wunder helfen konnte. Die Situation hatte sich nämlich so entwickelt, dass Krofdorf mindestens mit 4 Toren gegen das Team aus Edersleben gewinnen musste, um sich das WM-Ticket zu sichern und in das Finalspiel um den Deutschen Meister einzuziehen. Eine eigentlich unlösbare Aufgabe, denn Edersleben, immerhin der Vizeeuropcupsieger und Deutschlandpokalgewinner 2003, wollte dies natürlich verhindern und ihrerseits das WM-Ticket lösen und dann noch Deutscher Meister werden.
Für dieses Spiel gibt es aber nur eine Überschrift: Das Wunder von Bürstadt. Selbst von außen konnte man in diesem Spiel sehen wie extrem motiviert Jens Häuser und Thomas Abel waren. Diese beiden glaubten an die nicht mehr vorhandene Chance. Direkt mit dem Anspiel fiel das 1:0 für Krofdorf. Ein Start genau so wie ihn die Krofdorfer Fans erhofften. Kurz darauf dann gleich das 2:0. Edersleben wirkte eingeschüchtert. Narürlich, wie es zu jedem Wunder gehört hattte auch Fortuna ihre Finger ein bis zwei mal im Spiel. Genau dann wenn Edersleben nur den Pfosten traf. Der Knackpunkt war jedoch die Glanzparade von Jens Häuser bei einem hundertprozentigen Freistoß aus drei Metern für die Spieler aus den neuem Bundesländern. Ab da gelang den beiden Krofdorfern einfach alles. Noch vor der Pause schafften Abel/Häuser per Kopf das 3:0. Die zweite Hälfte begann wie die erste und endete mit einem weiteren Treffer für Krofdorf zum 4:0. Nun waren die benötigten Tore geschossen, deswegen schalteten die Wettenberger einen Gang zurück, ohne jedoch zu passiv zu werden, denn wie schnell fängt man sich ein dummes Tor kurz vor Schluß ein. Also weiter ging es. Die logische Konsequenz war das 5:0. Das 6:0 ca. 20 Sekunden vor dem Ende der Partie wurde aus etwas merkwürdigen Gründen nicht gegeben, egal, das Wunder war vollbracht!
Damit sicherten sich Abel/Häuser die Fahrkarte zur WM im November in Frankreich. Zudem spielte man am Abend um den Titel.
Gegner im Finale war das Team aus Hechtsheim. Hechtsheim musste jedoch den etatmäßigen Feldspieler wegen einer roten Karte im letzten Vorrundenspiel im Finale ersetzen. Glück im Unglück, der zweite Hechtsheimer Betreuer selbst Bundesligaradballer konnte nun einspringen. Auch hier zeigten die Wettenberger wer Chef auf der Fläche war. Nach 14 Sekunden die Führung für die Teutonen, kurz darauf ein weiteres Tor. Leider wurden in der Folgezeit jedoch vier bis fünf hochkarätige Chancen ausgelassen, so dass Hechtsheim den Anschlusstreffer erzielte. Dies lies die von Trainer Wilfried Abel lautstark angefeuerten Spieler kalt. Wieder die zwei Tore Führung. In der zweiten Spielhälfte verkürzte Hechtheim zwar noch einmal, jedoch zog Krofdorf dann unnachahmlich bis auf 6:2 davon. Alles was nun folgte war Grenzenloser Jubel. Der erste Deutsche Meistertitel in der Elite seit 23 Jahren.
Zusammen mit Fans, Spielern, der Familie und den anderen Hallenradsportlern wurde dieser für den RSV Teutonia Krofdorf-Gleiberg historischer Tag bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.
Am Sonntagabend trafen sich dann alle noch einmal in dem Vereinslokal Moos/Schneider und ließen den sechsten Meistertitel Revue passieren. Jürgen Weidl, der 1. Vorsitzende und Bernd Schlierbach von der Gemeinde Wettenberg für den im Urlaub befindlichen Bürgermeister Gerhard Schmidt gratulierten Jens Häuser und Thomas Abel im Namen des Vereins und der Gemeinde Wettenberg. Jürgen Weidl hatte auch wieder den Meister-Pokal dabei, dieser war seit des Gewinns fast ununterbrochen in seinen Händen gewesen, selbst bei der Meisterparty am Vorabend so sehr freute er sich für seine beiden Sportler. Auch für Jürgen Weidl war es ein großer Erfolg wurden doch in seinen bisherigen fünf Amtsjahren in jeden Jahr ein Deutscher Meistertitel oder Deutschlandpokalgewinn in Schüler- und der Eliteklasse geholt.
Im 4er Mannschaftsfahren der Kunstfahrerinnen litt das Team mit den Sportlerinnen Renate und Nadja Krönlein, Bianca Klee und Heike Bernhardt unter den schlechten Bodenverhältnissen, konnte damit ihre normalen Leistungen nicht abrufen und belegte in der Endabrechnung nur den vierzehnten Platz.