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Nachrichten

Radsport-Legende Hermann Moos ist tot


30.06.2004

Ein erfülltes Leben hat ein Ende gefunden: Hermann Moos, der Grandseigneur des deutschen Radsports, ist am 29. Juni 2004 im Alter von 79 Jahren in Frankfurt am Main an einem allgemeinen Organversagen gestorben. Er hinterlässt Ehefrau Agnes, die Söhne Erwin und Bernd sowie deren Ehefrauen und fünf Enkeltöchter. Die Trauerfeier zu Ehren von Hermann Moos findet am Samstag, 3. Juli 2004, 13.30 Uhr, in der Kirche in Frankfurt-Sossenheim, Michaelsstraße, statt.

Seiner Familie, seinem Geschäft – einen Baustoffhandel, den er in Schwalbach/Taunus mit seinem Bruder Erwin erfolgreich aufbaute und der jetzt von seinem Sohn Erwin und seinem Neffen Ingo weitergeführt wird – sowie dem Radsport gehörte das Herz von Hermann Moos, der durch seine gerade Art, seine Ehrlichkeit und seine Freundlichkeit nicht nur die Achtung vieler Menschen erworben hatte, sondern auch deren Zuneigung. Mit seinem Bruder Erwin gab er dem deutschen Radsport nach dem Zweiten Weltkrieg durch das Weltklasse-Rennen "Rund um den Henninger-Turm" starke Impulse. 43 Mal organisierte er den Wettbewerb für die Weltelite, die U23, die Frauen, die Jugend, die Schüler und zuletzt auch für die Jedermann-Fahrer. Im vergangenen Jahr allerdings stand ihm an Stelle seines verstorbenen Bruders sein Sohn Bernd Moos-Achenbach in der Organisation zur Seite. Bernd Moos-Achenbach, Unternehmer und mit dem Radsport aufgewachsen, wird "Rund um den Henninger-Turm" im Sinne seines Vaters weiterführen.

Über fünfzig Jahre war Hermann Moos Vorsitzender des von seinem Großvater gegründeten RV Sossenheim. Viele junge, später bekannte Radfahrer sind aus diesem Klub gekommen. Zuletzt Fabian Wegmann, der am vergangenen Sonntag bei den Deutschen Meisterschaften Platz drei ersprintete. Aktiv trat Hermann Moos nie in die Pedale. Als Manager kümmerte sich der Kriegsteilnehmer statt dessen in den Anfängen lieber um die Radkarriere seines Bruders Erwin. Dieser hatte in Hessen einen guten Ruf und kämpfte auch auf deutscher Ebene um Siege mit. Einer der Höhepunkte im Radsportleben von Hermann Moos, dem all die Asse wie Altig, Ullrich, Zabel, Godefroot, Merckx, Moser, Knetemann, Riis, Pevenage oder Ludwig tiefen Respekt zollten und deren Ruhm er zu mehren half, war der Start der Tour de France 1980 in Frankfurt am Main. Für sein lebens-langes ehrenamtliches Engagement wurde Hermann Moos von Bundespräsident Richard von Weizsäcker 1990 mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. 1999 ehrte ihn der Hessische Ministerpräsident Roland Koch mit dem Hessischen Verdienstkreuz am Bande.