Deutschland holt Gold und Bronze – Heller und Wesp als 4. nur knapp am Podium vorbei
Melsungen – die Weltklasse der Trialakrobaten lockten viele Zuschauer in das Melsunger Lindenwäldchen. Da die besten 130 Fahrradtrialer der Welt am Start waren, war schon das Halbfinale am Samstag bei tropischen Temperaturen eine echte Herausforderung, da nur die besten 8 jeder Klasse das Finale am Sonntag erreichten. Die hessischen Nachwuchspiloten Rico Baak (MSC Salzbödetal), Jan Frederic Wobbe und Simon Riedemann (beide MSC Melsungen) präsentierten sich erstmals bei einer EM und belegten bei den Junioren die Plätze 13, 14 und 16. Marc Schröder und Wolfgang Wenzel (beide Heiligenrode) überzeugten im Mittelfeld der Weltklasse und wurden 19. und 20. Aus deutscher Sicht schafften 9 Sportler der Nationalmannschaft den Sprung in das Finale was schon eine Überraschung war. Der Finaltag begann um 9 Uhr mit dem Finale der Damen. Die achtfache Weltmeisterin Karin Moor aus der Schweiz, gerade von einer Verletzung genesen startete mit 3 Strafpunkten in Runde 1 nicht optimal, ließ aber keine weiteren Fehler folgen und verteidigte ihren Titel mit nur einem Punkt Vorsprung vor Gemma Abant Condal aus Spanien. Einen tollen Wettbewerb zeigte die erst 15-jährige Andrea Wesp die für das Melsunger Team Bikes in Motion startet im Damenfinale am Sonntagvormittag. Sie wurde mit nur 2 Punkten Rückstand 4. und zeigte, dass ihr die Zukunft gehört zumal ihr Vorsprung auf Platz 5 deutlich war. Die Melsungerin Stefanie Zehe wurde im stark besetzten Feld 10. Am Nachmittag kam es dann mit den Finals der Eilteklassen zum Höhepunkt. Zahlreiche Zuschauer waren von den Leistungen sehr begeistert und es herrschte eine mitreißende Stimmung. In der 20“ – Klasse ließ Benito Ros Charral, der 6-fache Weltmeister, keine Zweifel aufkommen. Er zeigte einen souveränen Wettkampf und gewann vor seinem Landsmann Abel Mustieles. Um die Bronzemedaille kämpften Rafal Kumorowski aus Polen und Felix Heller, der Lokalmatador vom MSC Melsungen. Gerade mal 2 Punkte trennten am Ende Felix vom Gewinn der Bronzemedaille. Als Amateur, der zudem gerade sein Examen schreibt, kann er mit seiner Leistung gegen die Profis vollauf zufrieden sein. Das Highlight der EM kam dann am Schluss. Das Finale der 26“ Eliteklasse war sehr spannend und wurde erst in der letzten Sektion der letzen Runde entschieden. Kenny Belaey aus Belgien lag bis Mitte der letzen Runde in Führung als der Franzose Gilles Coustellier mit einigen unglaublichen Aktionen das Ruder noch mal herum riss und mit 9 zu 11 Strafpunkten gewann. Dritter wurde der Franzose Vincent Hermance der mit 29 Punkten schon deutlich zurück lag. Die EM in Melsungen war eine tolle Werbung für den Sport und die Zuschauer, die Vertreter der Verbände, Förderer und Sponsoren waren von dem Flair begeistert so das es wohl in den nächsten Jahren mal wieder eine internationale Trialveranstaltung in Hessen geben wird.